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Das Rollen-Spiel

8. Januar @ 19:00

Für das letzte Weihnachtsfest mit den 3 Jungs von Rosina war es mir ein Anliegen, das was mir am Herzen liegt einzubringen.

Also habe ich etwas gewagt und das nachfolgende Spiel entworfen und dann nach wunderschönem Gelingen und freudigen Aufnehmen der Jungs weiterentwickelt.

Vorgeschichte: 

2001 war ich 3 Monate in der Humaniversity in Holland – die einzige konfrontative Schule aus der Osho-Szene, welche fähig ist die nette Schweizer Konditionierung, die nicht konfrontiert, zu knacken. Ihre Werkzeuge sind Schlafentzug (hilf der Direktheit, mangels Puffer), viele Stunden lange dynamische Meditationen, Hotseat und auch Rollenspiel.

Die Rolle des Rollenspiels wurde einen einmal in der Woche zugewiesen – da gab es «Vater», «Mutter», «Clown», «Priester», «Richter» und viele mehr. Es gab eine eigene Kammer mit Kostümen, in der wir uns passend einkleiden konnten. Diese Rolle hatten wir dann für die Folgewoche zu spielen – und das war sehr heilsam.

Warum, was geschieht da?

In unserer Gesellschaft gibt es – der katholischer Konzern hat seinen Beitrag dazu mehr als geleistet – starke Rollenbilder, die man einnehmen soll und andere, die verpönt sind und beschämt werden.

Rollenbilder, die man einnehmen soll (in unserem Stand):

  • guter Sohn, gute Tochter, gute Frau, guter Mann (Busse tun, Bussen bezahlen, alles beantworten, bei Interviews auch von zweifelhaftem Interesse bedingungslos ehrlich sein, auch die andere, die 3. und die 4.Backe hinhalten, ..)
  • Keine Gegenrede zu «Autoritätspersonen», gut situiert und brav unterworfen.
  • pünktlich («Chronos»)
  • grosszügig
  • so tun, als wäre man untraumatisiert, voll kompetent, gut genährt von Papa und Mama
  • leise und achtsam sein.
  • Gäste einladen (gern aus aller Welt..)
  • über die Gefühle reden.
  • Das Sytem nicht hinterfragen
  • nacherzählen («lernen») und dann wissen («politisch korrekt»)
  • Nähe herstellen, sich zeigen («weibliche Spiritualität»), Gfk, Wünsche äussern.

Rollenbilder, die man nicht einnehmen darf (in unserem Stand):

  • Nicht wissen (was die Demenz so schwierig macht, die Hingabe, das Loslassen)
  • Nicht können (siehe oben)
  • fordernd sein
  • nach seiner eigenen Zeit gehen («Kairos» – der richtige Zeitpunkt»)
  • Ressourcen zurückhaltend, sich zuerst hinstellend («Geiz» – meist nur negativ konnotiert)
  • Die fehlende Mama / den fehlenden Papa nachnähren – mit dem aktuellen Partner.
  • Unsicher sein und das zeigen.
  • im Mangel sein (Danke an die «Spiritualität» – nach vielen 1000 Jahren, bei denen wir an allen und jeden Enden beschnitten wurden und uns anfangen zu erinnern..)
  • Dominant sein
  • Gästen die Grenze zeigen, zeigen, was es mitzutragen gibt, in Verantwortung ziehen und zur richtigen Zeit auch wieder nach Hause schicken, insbesondere auch, wenn sie das nicht selbst merken.
  • Über die Grenzen gehen (das männliche Grund-Prinzip wird dann «toxische Männlichkeit genannt – während das Wort «Bevaterung» im Duden fehlt und es «toxische Weiblichkeit» scheinbar nicht gibt, genausowenig wie Sexismus oder Vergewaltigung gegen Männer erkannt wird)
  • Distanz herstellen, Du-Sätze, Gebietsabgrenzung «sofort», mit angedrohten Konsequenzen  der Antagonist zum «Nähe herstellen», der es uns erlauben würde, die für uns gesunde Distanz einzustellen.
  • Streiten, raufen, Kräfte messen, insbesondere für Jungs.
  • Laut sein – für Männer.
  • über die Erfolge reden.
  • Derb sein, derb reden
  • Gefühle halten – Schweigen (als männliches Pendant zum weiblichen «über die Gefühle reden»)
  • Empfindung (Als männliches Pendant zum weiblichen Fühlen – das ist eine Art äusserst schneller Wahrnehmung des zu sichernden Raumes, ohne Bilder)
  • und viele mehr.

Wer diese Rollen trotzdem einnimmt wird ab frühester Kindheit beschämt. 

Oft sind aber genau diese Rollen wichtig, um die Beweglichkeit zwischen den Polen – und damit die Lebendigkeit zu stärken. Wer den jeweils zweiten Pol unterdrückt hängt beim ersten – auch wenn der nicht zu seinem Wesen passt.

Wer nur auf «Nähe schaffen» getrimmt ist, der erstickt an der Nähe, was die Liebe und Lebendigkeit tötet. Langsam aber sicher. Dies gilt am Meisten für diejenigen von uns, welche frühkindlich von grenzenlosen Eltern begleitet wurden. Grenzenlos wird umgangssprachlich als übergriffig definiert und kommt bei Mamas genauso vor, wie bei Papas, wird bei Mamas meist nur nicht erkannt..

Und wie wird das gespielt?

Die Karten werden blind gezogen und von dem, der sie gezogen hat, gelesen. Sie bleiben privat und werden danach gespielt und umgesetzt.

Für eine bestimmte Zeit, z.B. eine halbe Stunde freunden sich die Spieler mit der Tabu-Rolle an und fangen an, daran Gefallen zu finden – was man an ihrem Lachen und der gesteigerten Heiterkeit gut erkennen kann.

Zum Abschluss wird für jeden der Spieler von den anderen geraten, was seine Rollenkarte ihm als Aufgabe gestellt hat.

Was geschieht dabei?

Wir fangen an, uns die Erlaubnis zu geben, die Taburollen auch einzunehmen. Wir merken, wie kraftvoll diese sind. Allen Jahrzehnte lang vorzuspielen, wir wären super kompetent und grosszügig ist anstrengend. Und es kann in dieser Absolutheit nicht wahr sein. Wir lernen diese Gefühle spielerisch zuzulassen und sie auszudrücken. Die Befreiung, die dabei geschieht, äussert sich im Lachen. Wir lernen uns selbst und gegenseitig besser kennen.

Hast Du Lust, mitzuspielen?

Lass es uns wissen.

Wir spielen dieses Spiel gern vor unseren Veranstaltungen – eine halbe Stunde vorher, oder bei in den Essenspausen bei Tagesveranstaltungen.

Wenn Du dafür früher an eine Veranstaltung kommen willst, lass uns bitte wissen.

Anmeldung: David@DrFlow.ch
Leitung: David

 

Details

  • Datum: 8. Januar
  • Zeit:
    19:00
  • Veranstaltungskategorie:

Veranstalter

Veranstaltungsort